
Am Sonntag konnten wir endlich die “braune Schilder”-Tour (BST) forsetzen, bei der es uns im Teil 1 ja in den Schlossgarten von Schwetzingen verschlagen hat. Diesmal hatten wir dank BruderBü die richtigen Reiseführer (Amazon Partnerlinks) in der Hand und Frau Bü entschied sich relativ zufällig für die “Altstadt Bietigheim”.

“Altstadt Bietigheim”? Ganz ehrlich: Ich war sehr skeptisch. Hey, ne Altstadt hat Ulm auch, was soll da Bietigheim tolles bieten? Aber wir wollen ja eh alle Schilder abfahren, da kann man ja auch mal ne langweilige Altstadt mitnehmen. Doch uiuiui: Als wir dann da waren, wurden meine Befürchtungen abgestraft. Wow, was für eine schöne Altstadt. Wow, wow, wow!
Aber fang ich doch mal vorne an. Kaum verlassen wir das Parkhaus (später haben wir gemerkt, dass es auch viele kostenlose Parkplätze gab, aber die 10 Cent pro Stunde (!) konnten wir dann doch noch verkraften) hörten wir Livemusik und sehr sehr viele Menschen. Was bitte geht hier ab?
Ich musste gleich an meine Schulzeit denken, als ich mit Freunden mal ein Ferienbahnticket gekauft hatte. Wir haben da auch den Zufall (blind mit nem Finger auf die Karte) entscheiden lassen, wo es hingehen soll und fanden uns dann auf einem Weinfest wieder. Und so war es dann auch hier. Nur kein Weinfest, sondern ein “Arkadenfest”.

Mit Live-Jazz-Musik. Der kann Frau Bü ja jetzt nicht so viel abgewinnen, im folgenden Video lässt sie sich das aber in keinster Weise anmerken:
Wir ließen uns von dem Menschenhaufen aber nicht aufhalten, sondern begannen unseren Stadtrundgang. Dafür hatte ich vorher mal schnell ein wenig gegooglet und auf der Homepage der Stadt Bietigheim-Bissingen tatsächlich eine Karte mit Rundgang und einer kurzen Beschreibung der Sehenswürdigkeiten (pdf) gefunden.

Unsere Route war also klar, hier ist sie dann auch in Google Maps mit ein paar Fotos zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Am Besten erst auf “Größere Kartenansicht” klicken, denn die Bilder sind eigentlich zu groß für diese kleine Ansicht.
(Mal ne Info zur Karte: Ja, ich hab den Weg händisch rekonstruiert und die Fotos händisch den ungefähren Positionen zugewiesen. Ich hoffe aber mal, dass diese Prozedur ab meinem Geburtstag oder spätestens Weihnachten ein Ende hat. Mein Wunschzettel ist schonmal entsprechend vorbereitet…)
Das schöne an der Altstadt ist nicht nur, dass die Bewohner die Häuser schön in Schuss halten und nicht runterkommen lassen (da werden auch jährlich Preise für die schönste Fassade etc. verliehen, die glücklichen Gewinnerfassaden werden dann noch mit einem entsprechenden Schild verschönert), sondern dass die alte Fachwerkarchitektur noch mit moderner Kunst garniert wird. Sowas kann ganz böse ins Auge gehen und alles kaputt machen, in Bietigheim haben die das aber meiner Meinung nach perfekt hinbekommen und es gibt ein wirklich schönes und stimmiges Gesamtbild.
Hier zum Beispiel mal das “Ku(h)riosum von Jürgen Goertz:

Auf der Stadthomepage gibt es auch eine Übersicht der Skulpturen.
Aber es sind nicht nur die Skulpturen, die den modernen Touch reinbringen, manche Häuser wurden auch teilweise modern restauriert, so dass es eine Mischung aus alt und neu ergibt. Am Besten guckt ihr euch meine Bilder auf Flickr zu der Tour an, da hab ich mal meine schönsten Bilder reingestellt. In der Google-Karte sind teilweise sie gleichen, manche aber nicht, dafür dann wieder andere schon, die nicht wirklich künstlerisch wertvoll sind, aber halt eine Sehenswürdigkeit abbilden, die auf der Karte festgehalten werden sollte. Und hier in diesem Beitrag gibts dann nochmal eine dritte Gruppe an Bildern, die so einen Gesamteindruck vermitteln sollen. Überschneidet sich mit den beiden vorherigen Gruppen, ersetzt sie aber nicht. Also vor allem die Flickr-Bilder solltet ihr angucken ;-)
Zurück zur Altstadt: Die einzelnen Häuser, die auf dem Rundgang markiert waren, hatten dann vor Ort nochmal ein Informationsschild angebracht, auf dem man das nachlesen konnte, was auch im Prospekt steht (bzw. mehr, falls im Prospekt kein Text steht). Insgesamt also sehr touristenfreundlich und das fantastische Wetter hat dem dann noch in die Karten gespielt.

Alles in allem ein perfektes Sonntagnachmittag-Programm und ich freue mich schon auf das nächste braune Schild. Denn wie das jetzt gezeigt hat: Mag es noch so banal klingen, dahinter kann sich was ganz tolles verbergen. Die machen das Schild ja nicht umsonst da hin…
Alle Beiträge der Reihe 'Die "braune- Schilder"-Tour'
- Einleitung: Die “braune Schilder”-Tour
- BST 1: Schlossgarten Schwetzingen, A6
- BST 2: Altstadt Bietigheim, A81
- BST 3: Dom zu Speyer, A61
- BST 4: Blautopf Blaubeuren, A8
- BST 5: Ulmer Münster, A8
- BST 6: Eselsburger Tal, A7
- BST 7: Münster, Rathaus des Westfälischen Friedens, A1
- BST 10: Burgruine Weibertreu, A81
- BST 11: Burg Teck, A8
Madonha:

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