
So, die “braune Schilder”-Tour (BST) geht nach langer Pause in die nächste Runde. Da Frau Bü ja an ihrem Doktor arbeitet, blieb uns für sowas in diesem Jahr einfach keine Zeit. Nun hat sich das glücklicherweise wieder etwas entspannt (aber nein, der Doktor ist noch nicht fertig, es darf also weiter gebetet werden) und so präsentiere ich heute den zehnten Teil dieser Reihe. Aufmerksame Leser werden Teil 8 und 9 vermissen. Die stammen noch aus unserer Herbsttour vom Oktober (ja, das ist jetzt fast ein Jahr her) und werden noch nachgereicht, ich lass da einfach mal ne Lücke…
Und da dieses “Oh, wir haben ja wieder Zeit für braune Schilder” zu spontan kam, so dass wir am braunen Schild schon vorbei waren, als wir uns entschieden, abzufahren, muss ich das Foto von der Unterrichtungstafel dann auch noch nachreichen, wenn es mal wieder über Heilbronn geht. Denn Ziel war diesmal: Die Burgruine Weibertreu in Weinsberg.
Fangen mir mit einer kleinen Geschichte an um zu klären, wo denn dieser merkwürdige Name herkommt (Quelle: Wikipedia):
1140 war die Burg im Besitz der Welfen, die sich mit den Staufern um die Macht im Reich stritten. König Konrad III. [..] belagerte die Burg mehrere Wochen lang [..]. Kurz darauf ergab sich die Burg. Dem Bericht der Kölner Königschronik zufolge versprach der König den Frauen auf der Burg Weinsberg freien Abzug und gab die Erlaubnis, “dass jede forttragen dürfte, was sie auf ihren Schultern vermöchte”. Auf die Männer wartete der Tod.
Und nun kann sich jeder denken, wie die Geschichte weiterging:

Die Frauen nahmen den König beim Wort und trugen ihre Männer auf dem Rücken herab, denen sie so das Leben retteten, da der König sein Wort hielt. Die Frauen wurden als Treue Weiber von Weinsberg bekannt, und die Burg kam aufgrund dieser Begebenheit zu ihrem Namen Weibertreu (vermutlich im Lauf des 18. Jahrhunderts).

Über die Burg lässt sich jetzt nicht wirklich viel sagen, da nicht mehr wirklich viel vorhanden ist. Daher wohl der Name “Ruine” ;-)
Der Blick über die Weinberge ist auf jeden Fall ganz nett, was mich dazu bringt, zu erwähnen, dass die Rebsorte “Kerner” ihren Namen indirekt auch den treuen Weibern zu verdanken hat. Der Dichter Justinius Kerner fand diese Geschichte nämlich so toll, dass er sich stark für den Erhalt der Ruine einsetzte. Das dankten die Weinsberger ihm dann später damit, indem sie dieser Sorte seinen Namen gaben.

Was ich nicht wirklich festhalten konnte ist der Klang der Äolsharfen (ich hab “Engelsharfen” verstanden, als der Ticketverkäufer uns auf diese aufmerksam machte…), die Kerner im dicken Turm (das ist nicht der Turm, der bei den Fotos oben unten rechts zu sehen ist, sondern dieses runde Mauerwerk über mir, “Turm” hätte ich das nicht genannt…) anbringen ließ. Zwar hatten wir einen wirklich starken Wind, so dass man die Harfen gut hören konnte, meine Kamera hat bei der Videoaufnahme aber irgendwie nur den Wind aufgenommen, so dass ihr da dann doch selber hinfahren müsst, um euch das anzuhören…
Hier aber mal eine andere Äolsharfe, um sich das besser vorstellen zu können:
Die waren da in alle Fenster des Turmes eingebaut, so dass aus allen Richtungen dieser mystische Sound kam.
Mehr Fotos im zugehörigen Flickr-Album.
Alle Beiträge der Reihe 'Die "braune- Schilder"-Tour'
- Einleitung: Die “braune Schilder”-Tour
- BST 1: Schlossgarten Schwetzingen, A6
- BST 2: Altstadt Bietigheim, A81
- BST 3: Dom zu Speyer, A61
- BST 4: Blautopf Blaubeuren, A8
- BST 5: Ulmer Münster, A8
- BST 6: Eselsburger Tal, A7
- BST 7: Münster, Rathaus des Westfälischen Friedens, A1
- BST 10: Burgruine Weibertreu, A81
- BST 11: Burg Teck, A8
Madonha: 
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