Barcelona – Tag 5

15. Juni 2008 um 23:27 von Frau Bü | Kommentar abgeben | Trackback

Hach. Ach. Hoach. Achje. Hmm. Also… hmm. So langsam habe ich wirklich Sehnsucht. Sehnsucht nach einer Konferenz mit (für mich) interessanten Vorträgen. Wo ich mich gar nicht entscheiden kann wo ich teilnehmen möchte, weil es so spannend ist.
Heute morgen ist die Konferenz noch gut gestartet. Es gab einen netten Vortrag zum Thema vom Steinzeitalter zum Informationszeitalter und der Vortragender war ein Sandalen tragender französischer Jesus. War wirklich nett und unterhaltsam. Danach ging es mit guten Vorträgen weiter, aber nach dem Mittagessen endete jede Gemeinsamkeit. Kein einziger Vortrag mit “Prozess” oder “Workflow” im Namen. Ich habe mich daher sehr früh auf mein Hotelzimmer zurückgezogen (zum Leidwesen meiner Putzfrau, die entnervt gefragt hat, ob ich das Schildchen an meiner Tür immer noch ernst meinte – hey, ich wollte nur ne Kaffee-Pause). Verlassen habe ich mein Zimmer auch nur für besagte Kaffee-Pause. Trotz ausladendem Mittagessen war ich wie ausgehungert (scheinbar verträgt sich essen und reden nicht besondersgut, scheint als würde man nur Luft in den Bauch pumpen). Daher entschloss ich mich mein Zimmer kurz zuverlassen, bei der Konferenz (5 Stockwerke darunter) 2 Tassen Kaffee zu tanken ein paar Snacks zu nehmen und schnell wieder auf mein Zimmer zu verschwinden. Im großen und ganzen hat das auch geklappt, allerdings hab ich wieder viele Fragen zu meinem Paper beantworten dürfen. Man geht in meine Vorträge UND liest mein PAPER? Man will mir sogar Informationen zu schicken? in kontakt bleiben? infos austauschen? WOW, von einer einfachen Kaffeepause hätte ich mir nicht so viel erhoffen gewagt, vor allem waren viele gute Ratschläge und Anregungen zur Übertragbarkeit meines Ansatzes darunter (Akademiker ts, wollen immer alles übertragen ;)
Ich denke das ist eben Hauptziel einer Konferenz, dass man von anderen Wissenschaftlern (klingt ein bisschen hochtrabend oder?) Feedback bekommt, ob das Thema Relevanz besitzt oder überhaupt interessant ist (gut, darf man jetzt auch nciht überbewerten, klingt spektakulärer als es ist)… und überhaupt ganz nebenbei sein Englisch übt. Ich habe in den letzten Tagen soviel Englisch gesprochen, dass ich inzwischen meine eigenen Notizen mehrsprachig festhalte, mich am Telefon schon verplappere und manchmal, wenn ich laut denke, das in Englisch tue. Außerdem war ich total geschockt, als mich die erste Person auf Deutsch angesprochen hat. Ich hab wirklich ne Weile gebraucht um zu verstehen, was die Person von mir will, da ich Englisch erwartet hatte und dachte wie kann man nur so undeutliches Englisch von sich geben *gg*. Naja, seltsam… aber ich denke, sobald ich zurück in good old germany bin wird all das no longer be a Problem for mich. I think I will dann go back to german very schnell. Or so ;)

http://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/bunteskulptur.jpg

Neben all der “Faulenzerei” heute Nachmittag stand dann heute Abend noch das Sovial Event der Konferenz an. Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich nicht doch absagen möchte, aber ich schätze ich hätte es bereut. Wir besuchten ein kleines Städtchen in der Stadt genannt “Pobla Espanol” und dort besuchten wir einen Flamenco-Tanz und aßen in netter Atmosphäre zu Abend. Schließlich konnte ich dann neben meinen letzten Spanisch-, Protugiesisch-, Flämisch- und Englisch-Kenntnissen auch noch mein Japanisch testen. Begrüßte ich doch meine japanischen Tischnachbarn mit einem “Konichiwa”. Neben den Zahlen von 1-10 das einzige Wort, dass ich mir von meinem Japan Aufenthalt vor 9 Jahren noch merken konnte *g*. Sie waren dann auch ganz begeistert, dass eine Deutsche an ihrem Tisch sitzt und erzählten mir, wo sie wann schon überall waren… auf die Frage wo ich (ursprünglich) herkomme versuchte ich grob zu erklären wo Hettenleidelheim liegt und sagte nur “near Heidelberg” und alle nickten… süß *g* ich wußte, dass würden sie kennen, oder schloss neuschwanstein, aber das ist dann doch zu weit von Hettrum ;)
http://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/sangerin.jpghttp://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/tanz3.jpghttp://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/tanzer.jpghttp://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/tanz2.jpg
Nach dem netten Abendessen in belgischer japanischer portugiesischer Begleitung lief ich mit meiner Tischnachbarin noch ein bisschen umher und besuchte das allabendliche Wasserfontänen-Schauspiel am spanischen Platz (die Bilder mögen bekannt vorkommen). Wo ich mich alleine nie hingetraut hätte (erst jetzt hat mir eine andere Konfernzteilnehmerin erzählt, dass ihre Kollegen am Strand ausgeraubt wurden).
http://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/fassade2.jpghttp://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/fassade.jpghttp://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/turm.jpghttp://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/turmtreppte.jpg
http://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/berg.jpg
http://www.donvanone.de/wp-content/uploads_donvanone/2008/06/brunnen.jpg
Es war wirklich noch ein sehr netter Abend und ich bin froh, dass ich nicht zu feige war hinzugehen um in meinem stillen Hotelzimmerlein zu sitzen. Manchmal ist es eben doch ganz gut, über seinen eigenen (faulen, feigen) Schatten zu springen und sich auf ein kleines Abenteuerchen einzulassen. Und wenn der einzige Zweck darin besteht, hoffentlich Kalendertaugliche Bilder zu schießen ;)

*I freu me*

 
Madonha:

I gratulier you once more and wish you noch many kalendertaugliche pictures before you come unberaubt und guter Dinge wieder home nach Germany.
Jump noch many times über deinen faulen, feigen shadow und genieße the small adventures, as long as you can.

antwortenReply to this comment
 
 
Ro:

Es ist immer gut über den eigenen faulen Schatten zu springen! Wäre doch Schade auf eine Konferenz zu fahren – ohne die Leute und das Land ein wenig kennen zu lernen.

Dein Paper scheint ja richtig Anklang gefunden zu haben. Die Diskussionen fand’ ich immer am besten auf Konferenzen. Zu Hause kennt man ja meistens die Meinungen/Positionen der anderen zu genüge – auf Konferenzen kann man sich gut auch wieder neue Blickwinkel “abholen”.
Das mit dem Englisch ist übrigens nicht immer selbstverständlich. An meiner letzten Konferenz war der Anteil der Deutschen so hoch, dass die Amtssprache quasi Deutsch war.

antwortenReply to this comment
 
 
Babba:

Ei zum Dunnerkeil nochemol, so dutt mer mit Gewald zwoo Weldsproche kabudmache!Schdrengt eich emool e bissje mee oo!
Babba

antwortenReply to this comment