Kennt ihr Murphy? Nein? Ich schon. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen in heute Vormittag kennenlernen zu dürfen. Nach dieser Begegnung hat er eine Theorie aufgestellt: “Was schief gehen kann geht auch schief!”. Er nett es “Murphy’s Law” und um es mich auch einmal selbst zu zitieren: “Murphy’s Law totally hit me today”. Ich möchte zu bedenken geben, dass heute Samstag der 14. ist. Freitag der 13. war gestern. Also wenn das Schicksal besseres zu tun hat als pünktlich und vorhersagbar für Unfug zu sorgen, so soll es sich doch bitte zurückhalten und nachträglich alles doppelt und dreifach nachholen…
Heute ist also Samstag der 14. und somit stand mein zweiter Vortrag an. In einer Session mit insgesamt 5 Vortragenden war ich laut Plan die Dritte. Als der zweite Vortrag an der Reihe war, äußerte die Vortragende ihre Besorgnis über ihre Computerprobleme. Daraufhin half man ihr mit einem USB-Stick aus, aber der Rechner wollte partout nicht die Inhalte der Folien anzeigen. Daraufhin entschied der Session Chair ihr noch ein bisschen Zeit zu geben, um das Problem zu lösen und den nächsten Vortrag (meinen) vorzuziehen. Kein Problem für mich, hatte ich doch meinen Rechner schon hochgefahren und war einsatzbereit; ich hatte mich gut vorbereitet auf meinen Vortrag und war zu meiner eigenen Überraschung nur minimal nervös. Aber einen Schwachpunkt hatte ich in meinen Vorbereitungen nicht berüksichtigt. Meinen Rechner. Der hatte sich zwischenzeitlich in den Ruhestand verabschiedet und nach meinem unfreundlichen Weckruf hat er einfach den Dienst verweigert, bzw. die Anmeldung. Ich gab also diverse Mal mein richtiges Passwort ein – Fehler. Ich testete auf Feststelltaste und sonstiges und gab mein richtiges Passwort erneut ein – Fehler. Langsam wurde das Publikum unruhig, da dies schon die zweite Verzögerung war. Aber was sollte ich machen, der Rechner war partout nicht davon zu überzeugen, dass ich bin wer ich bin. Ich bat also den Session Chair, auch mir die Möglichkeit zu geben, diese technischen Probleme in den Griff zu bekommen. Kurz darauf verließ ich den Raum, da mein Rechner unangenehm biepst, wenn ich mein Passwort (angeblich) falsch eingebe. Ich ging also hinaus, verwirrt, irritiert aber noch nicht in Panik. Auf meinem Hotel-Zimmer (5 Stockwerke höher) hatte ich einen USB-Stick mit den Folien. Mit den ALTEN Folien. Der unkorrigierten, langen, unoptimierten und ungeübten Version meiner perfekt vorberieteten, verkürzten, optimierten und gubt geprobten Folien. Toll! Dennoch blieb mir nichts anderes übrig, als es mit diesen Folien zu probieren. Also zurück in den Saal (die vorhergehende Vortrag wurde gerade beendet – von meiner Kollegin mit den anderen technischen Problemen) und ich war an der Reihe. USB-Stick rein – Nichts. In diesem Moment habe ich mir ernstahft überlegt meinen Vortrag ohne Folien dafür mit Metaplanwand und Stiften zu bestreiten. Ich war schon ein bisschen enttäuscht, dass ich mit Hilfe einen anderen rechners doch noch Zugang zu meinen Folien fand. ALTEN Folien! Aber ab dann lief es und auch gar nicht mal schlecht. Das vortragen auf englisch fällt mir leichter als gedacht. Ich rede zwar viel Stuss aber das mach im deutschen ja auch *gg*. Überraschenderweise war ich auch sehr pünktlich durch mit meinen Folien. Die anschließende Fragerunde war auch (wie beim Workshop) super. Es kamen viele Fragen, die darauf schließen ließen, dass meine Zuhörer verstanden haben worum es geht. Beim Mittagessen gab es daher genügend Gesprächsstoff mit Kollegen, die mehr von mir wissen wollten. Ein noch zuverlässigeres Zeichen, dass man mir zugehört hat ;) Aber Hauptsache ich bin jetzt doppelt-zertifizierte Vortragende! WOW! Ich bin ja so stolz… und verwundert… wozu brauche ich denn so ein dämliches Zertifikat? Ich bin doch kein Ami, der sich sowas ins Büro hängt und dann seinen Urenkeln erzählt was für ein toller Kerl man doch ist… Sowas… da hätte man die Konferenzgebühren doch mal deutlich senken können.

Inzwischen habe ich übrigens meinen Adminsitrator erreicht (es ist SAMSTAG, da macht man keine Konferenz verdammt) und er konnte mir immerhin sagen, wie ich mich auf meinem Rechner als Admin einloggen kann. So habe ich wenigstens minimale Chance zu arbeiten, komme aber an meine Daten nicht ran! Allerdings ist dieses erfolgreiche einloggen als Admin der Beweis dafür, dass ich nicht doch noch irgendeine falsche Tastatur-Einstellung drin habe. Naja, kommt Zeit kommt Rat, vielleicht ja auch von den allwissenden Bloglesern???!!!
Heute Abend wollten wir dann unsere kleinen Disaster (auch bei meiner Kollegin war der Wurm drin) mit gerade noch glücklichem Ausgang “feiern” und zwar mit einem netten Abendessen mit traditionell spanischer Küche. Da wir beide sehr müde waren haben wir einen Abend am Strand erst einmal verschoben. Die Suche nach einem entsprechenden Restaurant gestaltete sich allerdings äußerst schwierig. Wir sind knapp anderthalb Stunden herumgeirrt. Da die meisten Restaurants zu hatten oder italienisch waren fanden wir schließlich nur nach einigem durchfragen zu einem Restaurant (das wir dann doch eigentlich selbst entdeckt hatten). Das Essen dort (Tapas) war sehr lecker und das Personal unglaublich hilfsbereit (wir mussten ja irgendwie herausfinden was es zu essen gibt und wie wir mit unseren vollen Bäuchen wieder nach Hause finden). Schließlich waren wir auf unserem Irrweg soweit von unseren Hotels abgekommen, dass wir (wegen der inzwischen späten Stunde) mit dem Bus gefahren sind. Durch dieses eher zurückhaltende Program gibt es heute auch mal keine neiderweckenden Bilder….
Madonha:

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