Schatz, wie sieht ein Penner aus?

01. Februar 2007 um 16:28 von Frau Bü | Kommentar abgeben | Trackback

Wie könnte der gemeinsame Abend denn nur noch schöner werden? Es ist Dienstag und auf ProSieben laufen dann alle Lieblingsserien der Woche. Angefangen bei den verzweifelten Hausfrauen geht es weiter mit den jungen Ärzten und dem etwas älterem Hausarzt. Das Wasser ist gesprudelt Snacks stehen bereit und sogar der Götterverlobte steht rechtzeitig vor der Tür. (Wenn man einen Festplattenrekorder hat kann man zwar nur selten etwas verpassen aber man kann es nicht schärfer als die Realität sehen (Ob so Wimpern wehtun?). Im Gegenteil…)
Aber anstelle der klassischen Begrüßungszeremonie (O-Ton:”Ihr Schweine!” – “ach, kommst du auch schon?”) steht plötzlich ein verängstigtes, verunsichertes Menschlein vor mir. Verlegen, weil er mich so kurz vor unserem faulen Fernsehabend noch belästigen muss. Anstatt die Bitte geradeheraus zu preschen (der Steinpilz Fauxpas sitzt ihm wohl noch in den Knochen) versucht er es mit Komplimenten. Manche würden es auch Geschleime nennen. Erst jetzt merke ich, dass die Schüchternheit nur Fassade ist. Dahinter sitzt ein entschlossenes und bestimmendes Wesen, das keinen Widerspruch zulässt und nicht unbedingt als „zurechnungsfähig“ bezeichnet werden könnte. Sehr wirres Zeugs spricht Es.

Foto machen. Penner. Ex-Alpha Blogger. Charts. Trackbacks. He? Hups, ähm „Wie bitte?“

*Meine Damen und Herren Vorsicht auf Gleis 9 ¾, der Intervillage aus Spanien hat jetzt Einfahrt.*

Ich versteh nur Bahnhof. Alpha Blogger klingen nach Zauberei (oder zumindest nach dunklen Machenschaften) und Trackbacks sind für mich spanische Dörfer auf dem Jakobsweg.

Alpha-Penner in Photoshop

Also zurück zu dem was ich verstanden habe. Foto machen vom Don als Penner und ihm sagen, wie ein Penner aussieht (*An dieser Stelle musste ich mir eine unnette Bemerkung stark verkneifen).
Also wie sieht so ein Penner aus? Struppelig, trägt zerschlissene Kleidung und fingerkuppenlose Handschuhe, umwickelt von Zeitung und Plastiktüten mit Bier (und ganz wichtig Dosenbier) dabei.

Noch während ich mich darüber auslasse muss Herr Internet ja gleich wieder  googeln und findet dabei interessanterweise recht nette gesellschaftskritische Bilder von Obdachlosen. So wie in dem  Video von Brandy (Another day in Paradise, ja gecovert aber wer kennt schon Originale) nur eben in echt.
Jetzt, wo das Internet meine Aussage bestätigt, geht es also ans Haare struppeln, die alte Brille wird aufgesetzt, das Make-up entfernt (er hat ja schon nen fiesen Penner-Teint), …. Ja, aber was soll er denn jetzt nur anziehen?! Und er würde niemals (seine ohnehin kaputten) Handschuhe zerschneiden!

falscher AusschnittIch hätte nie gedacht, dass ich einmal sagen würde, was ich dann sagte, nämlich: „Zieh meinen New York Pulli an!“ Ein folgenschweres Angebot.
Mein heiligster Lieblingspulli, den ich vor zwei Jahren, als ich ganz alleine in New York war, bei einem indischen Händler gekauft habe und dabei zum ersten mal in meinem Leben tatsächlich gehandelt habe (gut, ein schlechter Deal war es trotzdem…) und der jetzt schon so zerschlissen und abgenutzt ist als hätte ich ihn die vergangenen zwei Jahre durchgehend getragen aber eben mein Lieblingspulli ist, diesen Pulli biete ich ihm also an um ihn auf einem Foto zu tragen auf dem er aussehen will wie ein Penner?! Schande über mein Haupt. Das wird mir mein Lieblingspulli nie verzeihen…
Nachdem der Don meinen feschen Lieblingspulli mit seiner formschönen Jeans kombiniert hatte und auch noch die passende Trainingsanzugjacke dazu fand blieb noch die Frage nach der Location. Während ich mich für Bahnhof oder Brücken ausgesprochen habe, wollte Er das Bild in unserem Keller machen. In unserem Keller? Wo der doch voll mit Mülltüten und Altkleidertüten ist und es gar keinen richtigen Platz zum Fotografieren gibt? Mülltüten waren irgendwie nicht das optimale Gegenargument und ich muss zugeben unser Keller sieht aus als könnten dort tatsächlich Penner hausen. Gut, die Wohnung stinkt also nach Meerschweinchen und der Keller ist ein einziger Müllberg. Schön. Jetzt ist es raus. Auch darüber werden wir hinweg kommen. Irgendwann. Vielleicht.

guck böse!Das Bild ist ja schon ein kleiner Trost. Ist wirklich nett geworden, das Bild. Ich hab es eben doch drauf eine Vorlage für ein ordentlich manipuliertes Bild zu liefern…, dabei ist nur eins von 15 etwas geworden. Talentfrei würde ich das nennen (Dieter: „Frau Bü, der Unterschied zwischen deinen Bildern und einem Eimer Scheiße ist der Eimer“). Wie kann man nur so oft den richtigen Ausschnitt verfehlen. Ich hab gar kein Parkinson. Eigentlich war es nur kalt, in unserem Keller… und ich hatte ja keine Tüten und Zeitung um mich warm zu halten… Am Motiv lag es jedenfalls nicht. Das hat zwar anfangs viel zu nett dreingeblickt („Guck böse …. böse sag ich! Und lass den Mund offen…Hand flacher, nicht Daumen hoch…… böse!!“) aber schließlich hat er doch noch ganz gut den matt-neutralen Gesichtsausdruck eines vom Leben gebeutelten Mitbürgers hinbekommen. Ich bin stolz. Auch wenn er jetzt kein Gamma-Trackbacker mehr ist und Ex-Blogs charted.

P.S.: Ich glaube das Bild kommt in meinen hochgeschätzten, schwarzen Geldbeutel mit der silbernen Schnalle für den externen Kleingeldbeutel, einem seitlich ausklappbarem Klarsichtfach, einem Aufkleber auf der Innenseite mit der sinnfreien Ziffer „5“ und einem Druckknopf der inzwischen wieder nicht ganz bargeldfrei ist.

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Frisch vom Markt

28. Januar 2007 um 21:03 von Frau Bü | Kommentar abgeben | Trackback

Da das neue Jahr ja schon 4 Montage auf dem Buckel hat wurde es endlich mal zeit die guten Vorsätze umzusetzen.
Vorsatz 1: Nicht das ganze Wochenende verschlafen sondern auch mal rausgehen
Wenn man die ganze Woche über so „richtig hart arbeitet“, dann hat man sich am Wochenende doch echt eine Pause verdient. Bei dem Wetter gibt es sowieso keinen wirklich triftigen Grund ins Freie zu gehen. Kann man doch auch samstags Scrubs schaun oder Charmed oder Greys Anatomy oder…. Aber bevor man zu Hause versauert und einstaubt will man doch auch irgendwann mal raus und was erleben, schließlich sind wir jung und dynamisch und die Jugend von Gestern…deshalb raus aus dem Sofa rein ins Vergnügen!

Vorsatz 2: Selber kochen statt Tiefkühlfraß
Nachdem der don und ich uns über Wochen und Monate am Wochenende von „Resten“, Tiefkühlfraß und Fast Food ernährt haben wird es zeit für eine neue Ära. Schließlich ist man ja bald Ehefrau. Da sollte man schon ein kleines Basiswissen über zu erwartende Pflichten sammeln (vor allem nachdem mich mein Kollege letztes darüber aufgeklärt hat, welche körperlichen Pflichten in der Ehe zu erwarten sind). Mit meinen Lieblingskochbüchern „Die köstliche Verführung des Mannes für Anfänger“ bzw. „Liebe geht durch den Magen I/XV“ soll die Verwandlung gelingen.

Ich bin ein bisschen ehrgeizig (oder auch faul) und will daher zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen (gut, zum Schneiderlein reicht es also noch nicht, aber ich hab auch nie behauptet tapfer zu sein) und so hatte ich mir schon unter Woche das Ziel gesetzt samstags den Ulmer Wochenmarkt zu besuchen, die köstlichsten Köstlichkeiten zu kaufen und anschließend den hungrigen Magen meines don zu besänftigen.

Zum Glück hat der Ulmer Markt samstags bis 13 Uhr geöffnet, denn mit allen Gewohnheiten muss man ja nicht gleich brechen und so konnte ich wenigsten lange ausschlafen (ja ich, nicht wir, denn don meint ja früh aufstehen würde seiner DA gut tun). Nachdem der don und ich dann (also nachdem ich ausgeschlafen hatte) erstmal die Kochbücher studiert haben, nichts Passendes fanden und schließlich improvisierten ging es schon mit dem Bus in Richtung Ulmer Innenstadt.

Der don ist sogar ganz freiwillig mitgekommen (das war bestimmt nicht gut für seine DA) und ich hab ihn auch gewähren lassen (als gute Hausfrau brauche ich ja keine Hilfe, aber jemand der die Tüten trägt und sich sonst nicht einmischt ist mir dann doch gerne willkommen). Auf dem Weg zum Markt sind wir dann schon nach dem Ausstieg an der Theater- Haltestelle in den Strudel der Marktkäufer hineingezogen worden. Meine einzige Erinnerung an diesen schwebelosen Zustand sind Körbe. Braune, unpraktische, geflochtene Körbe. Hunderte, Tausende überall Körbe aus denen Lauchstangen rausschauen. Grauenvoll. *verdräng*

Der Ulmer Wochenmarkt umfasst so ziemlich den ganzen Münsterplatz. In einzelnen Zelten gibt es dann Stände mit Blumen, Gemüse, Obst, Nudeln, Fleisch, Eier, Käse und Wurst. Es gibt also alles was das Herz begehrt. Die Stände unterscheiden sich kaum. Es gibt richtige Gemüse-Viertel und Eier/Nudel-Viertel auf dem Markt. Und alle bieten dasselbe an. Mal sind die Bohnen größer mal der Fenchel kleiner. Auch hat der ein oder andere Stand dann mal ausgefallenere Zutaten wir Mangold oder Zitronengras. Im ersten Gemüseladen sind wir schon sehr fündig geworden, aber wer wird denn alles beim erst besten kaufen? Was wir uns aber nicht haben entgehen lassen war es gleich 200gr. leckere Steinpilze zu kaufen (der Mann, der nur Tüten tragen und sich nicht einmischen sollte hat sich eingemischt. Um ihn ruhig zu stellen hab ich ihm erlaubt die Pilze für das Essen auszusuchen, schließlich gab es eine Riesen Auswahl an Pilzen und was macht es? Er sucht sich Pilze aus ohne auf das Preisschild zu achten knapp 10 Euro hab ich für die Sch* Pilze bezahlt!!!!).

Insgesamt war der Einkauf ein halbes Desaster. Im Käse vergriffen (da stand mild drauf verdammt, was verstehen denn Schwaben unter mild??), Nudeln gekauft, die im Topf auf das 4 fache ihrer Originalgröße gewachsen sind, und insgesamt viel zu viel bezahlt. Wer auf dem Markt einkauft muss Geld zum Fressen haben. (100 gr. Litschees für 6 Euro? Welcher Kronprinz hat die denn gegossen?)

Mein Fazit ist, auf dem Markt einkaufen macht Spass, man bekommt alles was man für ein kulinarisches Wochenende braucht und kann anschließend noch in der Stadt shoppen oder Käffchen trinken gehen. Aber dieser Spass hat eben seinen Preis. Ich will einfach nicht glauben, dass Bio 10 mal besser schmeckt und 10 mal so gesund ist wie Discounter-billig Ware, die nur ein Zehntel kostet. Oder ist hier das ausschlaggebende Argument, dass man die Umgebung wirtschaftlich fördert?

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FrauBü beklaut – Werteverfall in Süddeutschland!

21. Januar 2007 um 13:23 von Frau Bü | Kommentar abgeben | Trackback

Am 16.11.2006 ereignete sich auf der ICE-Strecke Ulm – Augsburg ein kaltblütiges Verbrechen. Nach einem harten Arbeitstag und einer langen Rückreise aus Aachen vergaß FrauBü beim Aussteigen ihren hochgeschätzten Geldbeutel im Behindertenabteil des Doppelzuges. Sie ahnte dabei nicht, dass in diesem Moment ihr Räuber zusteigen würde. Nur kurze Zeit nach dem faux pas wird er das verlassene Behindertenabteil betreten und ihren hochgeschätzten, schwarzen Geldbeutel an sich reißen und kidnappen. Als FrauBü den Verlust ihres hochgeschätzten, schwarzen Geldbeutels mit einer silbernen Schnalle für den externen Kleingeldbeutel bemerkt ist es bereits zu spät. Der ICE hat seinen Weg durch das werteverfallene Süddeutschland fortgesetzt. Alle Bemühungen, den hochgeschätzten, schwarzen Geldbeutel mit einer silbernen Schnalle für den externen Kleingeldbeutel und einem seitlich ausklappbarem Klarsichtfach in sichere Hände zu bringen sind vergeblich. Nach langen Funklochstrecken werden die Zugbegleiter auf den vermissten Wertgegenstand aufmerksam gemacht doch der hochgeschätzte, schwarze Geldbeutel mit einer silbernen Schnalle für den externen Kleingeldbeutel, einem seitlich ausklappbaren Klarsichtfach und einem Aufkleber auf der Innenseite mit der sinnfreien Ziffer „5“ kann in dem inzwischen vollbesetzten Behindertenabteil nicht gefunden werden. FrauBü ist am Boden zerstört, doch das freundliche Personal der Deutschen Bahn vermag sie auf die Endreinigung des ICEs zu vertrösten. Doch auch diese Hoffnung wird enttäuscht.

Erst einen Tag nach der grausamen Tat entkommt FrauBü der Lethargie des Schocks und sperrt ihre Kreditkarten und EC-Karten. Trotzig will sie aber keinen neuen Personalausweis bestellen und legt tapfer den morgendlichen Weg zu ihrem Arbeitsplatz zu Fuß zurück, auf dem sie einige zig Meter Höhenunterschied bewältigt ohne als vor Schweiß triefendes und stinkendes Kollegenschwein abgestempelt zu werden.

Drei Tage nach dem Verlust des hochgeschätzten, schwarzen Geldbeutels mit einer silbernen Schnalle für den externen Kleingeldbeutel, einem seitlich ausklappbarem Klarsichtfach, einem Aufkleber auf der Innenseite mit der sinnfreien Ziffer „5“ und einem Druckknopf erhebt sich ein Klingelton durch die traurige Heimstätte Bü – Ballerhach (Name zum Schutz der Person verfremdet) verheißungsvoll. Und tatsächlich, der hochgeschätzte, schwarze Geldbeutel mit einer silbernen Schnalle für den externen Kleingeldbeutel, einem seitlich ausklappbaren Klarsichtfach, einem Aufkleber auf der Innenseite mit der sinnfreien Ziffer „5“, einem Druckknopf und inzwischen vollkommen bargeldfrei ist in einem ICE auf der Strecke München – Ulm gefunden worden. Schon wenige Tage später sind FrauBü und ihr bargeldfreier Geldbeutel wieder vereint. „Hauptsache er ist wieder da!“ sagte FrauBü und wischt sich eine kleine Träne aus dem Auge. Wenigstens muss sie nun nicht mehr zur Arbeit laufen.

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Eine Gastbloggerin stellt sich vor

20. Januar 2007 um 19:36 von Frau Bü | Kommentar abgeben | Trackback

In kurz:
24, verlobt, kinderlos, Dipl. Medieniformatikerin, angestellt bei DaimlerChrysler GR/EPD, raucht Shisha, liebt Kino und historische Romane, hat keinen grünen Daumen (außer einmal an Karneval als sie sich als Gartenzwerg verkleidet hatte) und hat ein Herz für vernachlässigte Blogleser.

FrauBü in 3D

Gestresst vom Entzug der täglichen Blogleseminuten musste ich einfach was tun. Aber was? Die Diplomarbeit kann ich für den donvanone nicht schreiben (“Epi was?”). Ich hab gegrübelt und gegrübelt. Wie kann er jetzt nur, wo er zur lokalen Berühmtheit geworden ist, seine Leserschaft so im Stich lassen nur wegen einer doofen DA? Der Frust wuchs und wuchs, ich wollte ihm schon seine Serien, die er zum “Entspannen” schaut verbieten um ihm dadurch mehr Zeit zum bloggen zu verschaffen, aber einem Hallerbach sagt man nicht was er darf und was nicht (auch nicht, wenn das mühsam gekochte Essen auf dem Tisch steht und kälter und kälter wird, während er vor dem Fernseher steht auf dem jeden Moment Charmed flimmern wird und spielt er wäre ein Motorradfahrer *brum, brum*).
Nach einigen Minuten tiefen in mich gehens (da kommt die Forscherin durch) kam mir schließlich der rettende Gedanke: “Ich könnte doch Gastblogger werden!”

Kaum war die Idee geboren nagten mich schon die ersten Zweifel: “kann ich überhaupt ein Ersatz sein für donvanones Einträge?”, “werde ich dem kritischen Urteil der Leser standhalten können?”, “ist mein Leben überhaupt interessant genug?”. Die Antwort ist Nein. Aber ich machs trotzdem. Warum? Um donvanone besser verstehen zu können. Das anstrengende Leben vor dem Computer. Der Druck des Erfolgs. Die Gier der Leser nach neuem Stoff. Die Sucht danach sich selbst zu karikieren. Blogger sein!
Deswegen starten ab heute die mutwilligen Beiträge aus der Schattenwelt um die Dämonen zu besiegen und die Unschuldigen zu retten! (*Charmed Abspann tingelt noch*)

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