Aufklärung in Sachen Gorleben

11. November 2010 um 16:59 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback
 

Die Republik außerhalb des Wendlands glaubt offenbar, die Castoren seien unter der Erde. Ich vermute sogar, der größte Teil der Republik glaubt, Zwischenlager und Endlager seien identisch (Salzstock). Sie glauben wahrscheinlich: Das Zwischenlager heißt nur deshalb Zwischenlager, weil es als Endlager noch nicht genehmigt ist. Und gemeint ist immer der Salzstock. Eine grüne, überirdische Blechhalle (es sieht aus wie Blech) kommt da gar nicht vor.

Ja, das glaubte ich alles genau so.
Ist aber alles totaler Quatsch. Wer ebenso keine Ahnung hat, oder wer nur mal einen gut geschrieben Artikel über diese Verwirrungen lesen will, der sollte unbedingt diesem Link hier folgen!

Dort liest man dann zum Beispiel auch dies:

 

Ein Castor-Behälter ist eine Metallhülle, in der in Glas eingeschmolzener, hoch radioaktiver Müll verpackt ist. Der Castor strahlt Wärme ab, ich glaube etwa 120 Grad. Wirft man ein Ei dagegen, wird es sofort zum Spiegelei, kurze Zeit später ist das Spiegelei aber leider schon ziemlich schwarz. Nun, als in den neunziger Jahren die ersten Eier gegen die Transporte geworfen wurden, hat man beim nächsten Mal eine Plane drübergeschlagen. Man muss ja nicht noch sehen müssen, dass die Castoren verdammt heiß sind. (Heute reisen sie in schicken Containerhüllen).

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6 Kommentare »
 
Wolf:

Danke für den Artikel und Link. Das wusste ich so auch nicht! Und diese Fakten sind schließlich nicht ganz unwichtige Details.

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Madonha:

Es ist eine Schande, dass wir in vielen Dingen für dumm verkauft werden. Dabei ist es eigentlich gleichgültig, ob wir dabei mit Absicht belogen werden, oder ob man die wahren Umstände einfach nur verschweigt, beziehungsweise durch allgemeine Wischi-Waschi-Aussagen (geben wir den Leuten doch das, was sie hören wollen) geschickt verschleiert.

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Ro:

Dass man sich nicht auf die Mainstream-Berichterstattung verlassen sollte, müsste mittlerweile jedem mündigen Bürger klar sein. Ich denke, als Bürger ist man schon auch in der Pflicht die Dinge, die einem vorgesetzt werden kritisch zu hinterfragen. Dass die Castoren lediglich in oberirdischen Hallen gelagert sind, ist schon seit Jahren bekannt (die Quelle ist übrigens aus dem Jahr 2003). Muss aber zugeben, dass mir die 120°C der Behälter auch neu waren (auch, wenn’s außen wohl doch nicht mehr ganz so extrem ist (http://derstandard.at/12886596.....logGroup=1).
Wärme allein macht mir noch keine Angst. Und ich muss zugeben, dass mich säuberlich aufgereihte Castorbehälter, kontrolliert und überwacht in einer oberirdischen Halle lieber sind, als Zustände wie in Asse II oder irgendwo verkippter Atommüll in Sibirien. DAS ist wirklich erschreckend und man kann sich nur noch schämen, was wir unseren Kindern so alles hinterlassen.
Atomenergie, Nein-Danke.

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Wolf:

@Ro: Im Prinzip gebe ich Dir recht, dass eine kontrollierte (!!!) oberirdische Lagerung einer unkontrollierten Lagerung unter Tage vorzuziehen ist.

Allerdings sind zwei Probleme zu bedenken:
- Wenn man den Müll in 1km Tiefe lagert, so ist man unterhalb des Grundwasserspiegels (deshalb auch Wassereinbrüche), und man kann das Grundwasser daher (fast) nicht verseuchen.
- Unter Tage ist man vor Terroristen sicher. Wenn jemand ein Flugzeug auf einen Salzstock wirft, passiert dem Salzstock nichts. Ganz anders bei einer Lagerhalle (aus Blech?), wo wer weiss was passieren kann.

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Ro:

@Wolf: natürlich hast Du auch Recht. Sicherer ist eine saubere und professionelle Einlagerung im Salzstock bestimmt. So ne Lagerhalle kann nur eine Übergangslösung sein, aber ist man sich denn sicher, dass der Salzstock die Lösung ist – oder ist der Müll dann nur aus den Augen, aus dem Sinn?
Man muss sich das mal vor Augen halten: da produziert man Müll, der viele viele viele Menschen-Generationen (weiß jemand die Halbwertszeit von diesem Müll genau?) vor sich hinstrahlt.
Tja, ich nutz’ den Strom aus der Steckdose auch. Ohne Energie geht halt gar nix. Schade nur, dass man den Ausstieg nicht wagen will, obwohl mittlerweile technisch machbar.

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yhm:

Sofern ich mich an die Berichterstattung der letzten Wochen richtig erinnere (und sofern diese Informationen richtig waren) wird in Frankreich ein Endlager gesucht das für die nächsten 100 000 (hunderttausend) Jahre sicher ist. In Deutschland sucht man ein Endlager das für 1 000 000 (eine Million) Jahre sicher ist.
Ah, ja, bei Wikipedia steht das auch.

Je nachdem wen man fragt (Greenpeace, die IAEO oder die Atomwirtschaft) reicht das Uran noch zwischen 20 und 200 Jahre. (Quelle).
Dem kann man natürlich entgegnen dass solche Schätzungen immer eher vage sind, wie man z.B. an der Erdölkonstante (oder der Fusionskonstante) sieht.

Dass das Zeug auch jahrelang einfach in die Meere verklappt wurde (und anscheinend teilweise noch wird (Notiz für mich: Nicht im Ärmelkanal schwimmen)) habe ich zwar schonmal gehört aber mittlerweile wieder verdrängt. Bin gerade bei Wikipedia wieder drauf gestossen.

Die letzte Entdeckung bei meiner kleinen Wikipedia-Safari war die Existenz von Kernreaktoren in der Natur, sogenannte Naturreaktoren.

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