In letzter Zeit habe ich ja zum Leidwesen mindestens eines Leser ganz schön oft mit dem Wort “Alphablogger” um mich geworfen und mich selbst auch ständig als solchen bezeichnet. Und da passt meine alpha-beta-Aktion doch gut, um da mal ein paar Worte zu zu schreiben.
Zuallererst natürlich mal, dass ich das Wort “Alphablogger” total unsinnig finde und nicht wirklich verstehe, warum man hier überhaupt eine Unterscheidung machen will. Aber als wenn das allein nicht schon unsinnig genug wäre, so werden solche Klasseneinteilungen aufgrund willkürlicher Faktoren vorgenommen. Mich hat man zum Beispiel, zum ersten Mal “Alphablogger” genannt, als ich in den deutschen Blogcharts aufgetaucht bin. Und warum war ich da gelistet? Weil ich den Stöckchentracker gebastelt hatte und da dann alle Stöckchenteilnehmer hingelinkt haben. Sagt das was über meinen Blog aus? Nicht wirklich, denn von den ganzen Stöckchenwerfern hat sich sicher kaum einer mit dem Blog befasst, sondern eben nur mit dem Stöckchentracker.
Aber da gibt es keine Unterscheidung und so stehe ich in den Blogcharts auf einmal weit oben. Über Bloggern, die vielleicht viele verschiedene Artikel haben, die verlinkt wurden (nur halt in der Summe nicht so oft wie ich), was eigentlich eher für einen guten Blog spricht, da eben nicht nur eine einzige Sache verlinkenswert war, sondern sich die Qualität wohl über den gesamten Blog verteilt.
Aber auch dann würde ich nie (ernsthaft) von einem Alphablogger sprechen, denn warum sollte man jemanden hervorheben, nur weil er öfter verlinkt wird. Über die Qualität seiner Beiträge muss das auch nichts aussagen, vielleicht steckt er nur viel Arbeit in die Verbreitung seines Blogs. Andere Leute, die qualitativ hochwertiger sind, bleiben aber eher unentdeckt und somit nur drittklassig.
Wenn (wenn!) ich definieren sollte, was man unter einem Alphablogger versteht, dann wäre das wohl so: “Ein Alphablogger ist ein Blogger, der sich in der Blogosphere sehr gut auskennt, ein Gespür für die aktuelle Situation hat, mit seinen Beiträgen Diskussionen loslöst, die auch in anderen Blogs aufgenommen und weitergesponnen werden”. Aber auch hier bleibt de unentdeckte Perle außen vor und ich würde eine solche Bezeichnung eh nie (ernsthaft) vergeben.
Und das sieht bei den anderen Bloggern scheinbar nicht wirklich anders aus. Ich hatte für die alpha-beta-Aktion einige Blogger aus den deutschen Blogcharts angeschrieben und in der Mail als Alphablogger tituliert und die große Mehrheit verwies in der Antwort darauf, dass sie ja wohl keine Alphablogger seien. Es gibt eben nur Blogger. Fertig. Ok, vielleicht noch gut besuchte und weniger gut besuchte Blogger, aber daraus sollte doch keine Klassengesellschaft abgeleitet werden.
Die alpha-beta-Aktion soll dies deutlich machen, indem sie zeigt, dass eigentlich in jedem das “Alpha-Potential” steckt. Und wenn ich mich selbst als “Alphablogger” bezeichne, dann ist das absolut nicht ernst zu nehmen, sondern als Kritik am System…
Daniel:


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