Ahrgl … Corporate Design der Uni Ulm

03. November 2006 um 17:56 von Manu | Kommentar abgeben | Trackback

Im Prinzip ist ein Corporate Design ja was gutes. Sorgt für ein stimmiges Erscheinungsbild, wurde meist von jemandem entwickelt, der auch was von Design und Typographie versteht und bietet dann meist leicht umsetzbare Anleitungen für Designlaien. Soweit so gut … wenn dann aber wie immer irgendwelche Leute die nichts davon verstehen anfangen sich einzumischen wird es meist irgendwie komisch. Oft sind solche Leute Politiker, Behördenchefs oder Manager, die sicher auch ihre nützlichen Fähigkeiten haben aber meist denken ALLES besser zu können. In diesem Fall sind es das  „Rektorat und einige universitätsinterne Fachleute“.  Hier kann man die Anweisungen zum neuen Corporate Design (oder CD wie man gerne sagt ;) ) bewundern. Und das ist das neue Logo:
Logo Uni Ulm
„Das neue  Logo besteht aus drei Elementen

  • Die Bildmarke übernimmt das 1967 eingeführte Markenzeichen der Universität in einer nach funktionalen Aspekten modifizierten Version.
  • Die Wortmarke „uulm“ verdeutlicht die Verknüpfung mit dem Standort Ulm: „u“ für Universität verbindet sich mit der Stadt und Region Ulm, indem das angehängte „ulm“ die Typografie des städtischen Auftritts übernimmt.
  • Der Textzusatz „ulm university universität“ steht für Internationalität. Der zweisprachige Textzusatz ist fester Bestandteil der Wortmarke.”

Das Bildlogo ist ja prinzipiell ok, die Modernisierung finde ich auch gut, nur die farbliche Invertierung des inneren Kreises stört ein wenig und lässt auch die feinen Linien meist verschwinden. Auch eine gute Idee, die Typo der Stadt aufzugreifen … aber mit „uulm“ kann ich nicht so auf Anhieb Uni Ulm assozieren. Soso, international soll das sein, in englisch klingt das ja richtig toll [jujuulm]. Ausserdem ist das „u“ ja irgendwie doppelt, dadurch, dass darüber nochmal „universität“ steht. Interessanterweise klein geschrieben … soll wohl cool wirken. Ob es gut ist, dass das Logo aus dem Raster fällt, darüber kann man sich streiten, immerhin ist ja der innere Kreis im Raster und es wirkt so nicht so langweilig.

Als Fazit würde ich trotzdem das „uulm“ als Fehler sehen, das „uu“ sieht einfach scheisse aus und hat keine Aussage. Naja, einen Wiederekennungswert hat es: „Was soll das nochmal bedeuten? Sieht irgendwie komisch aus!“
Den Auftrag dazu hatte laut Uni Seite  Zambrino Buck Baumgärtel – zbb … und die  Seite zum Corporate Design zeigt mal wieder ein paar typische Designerkrankheiten: Die Schrift ist klein und wenig kontrastreich. Auch insgesamt ist die Seite etwas kontrastlos und nichtmal halb fertig. Interessant auch, dass die Uni Ulm soviel Geld locker hat, dass sie interne Resourcen wie z.B. die Abteilung Medieninformatik nicht nutzt und lieber externe Firmen bezahlt.

Hier in Klein Bloggerdorf bewegt sich ja einiges Marketing und Designvolk … hat da jemand eine Meinung zu diesem Corporate Design?

 
Daniel:

Ich hätte heute Nachmittag gewettet, dass du da noch heute drüber blogst ;-)
Neben allen ästhetischen Problemen, die ich mit dem CD (lol!) habe, ist das dämliche Logo un-fuckin’-druckbar. Die dämlichen Elektronenbahnen versabbelt selbst der beste Laserdrucker. Mal abgesehen davon, dass Etechs und Infotiker das gleiche Farbschema verpasst bekommen haben. Unverschämtheit! Blos, weil unser werter Herr Rektor die Abteilungen zusammenlegt. Und warum zur Hölle ist bei der Überarbeitung des Emblems der alte Font geblieben?

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Hallöchen!:

Also ich als Nicht-uulmer und medienschaffender kann nicht ganz verstehen, was an dem CD so schlecht sein soll. Da kenne ich tausend kürzlich neu entworfene CDs, die weit fieser sind.
Ich stimme dir absolut zu, dass die Idee mit dem dicken ‘u’ vor dem ulm wirklich blöde ist, weil es nur stört und verwirrt, aber sonst…
Und ja, ich kann es auch nicht leiden, wenn jemand denkt, diese Komplettkleinschreiberei wäre ne tolle Sache. Nein, ist es nicht. Es ist einfach nur eine krankhafte Faulheit, den kleinen Finger zu bewegen. Ganz vorbei war es für mich, als mir kürzlich ein Germanistiker erklärt hat, es wäre völlig in Ordnung, wenn man in eMails, selbst in geschäftlichen, alles klein schreibt. Also bei so was wird mir dann echt übel. Dem letzten Kunden, der mir ne Anfrage in Komplettkleinschrift geschickt hat, hab ich dankend abgelehnt. Solche Leute essen doch auch Kinder! ó.Ò
Auch ist es tatsächlich ein wenig eigenartig, wenn eine Uni interne Ressourcen nicht nutzt und auf externe Arbeit zurück greift. Das wirft kein gutes Licht auf eure Mediendesigner. ^.^
Was ich an deinem Artikel allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist der Kommentar darüber, dass die Seite von dem Kollegen da nicht mal halb fertig sei. Ich weiß ja nicht, auf welcher Seite du warst, aber was ich eben gesehen habe, sah fertig aus.
Und ich muss ja schon grinsen, wenn ich lese, was du über diese angeblichen “typischen Designerkrankheiten” denkst. Zum einen ist das Geschmackssache und zum anderen zeigt mein Safari hier alles perfekt lesbar und mit ausreichend Kontrast an. Und ja, ich fühle mich persönlich etwas beleidigt, denn ich mag diese “Designerkrankheiten”.

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Daniel:

Was z.B. an der Design-Seite völlig fehlt, sind die alles entscheidenden Downloads. Und so Zeugs halt.
Dass die Unfähigkeit interne Ressourcen zu nutzen ein schlechtes Bild auf uns Medieninformatiker (oder die mitarbeitenden Designer) wirft, möchte ich jetzt mal bezweifeln. Die Verwaltung der Uni Ulm ist seit Jahren dafür bekannt, dass sie Millionen in Firmen versenkt, die einschlägig als Schwarze Löcher bekannt sind. Und das endet beileibe nicht beim Design oder der Software.
Und außerdem: die Tatsache, dass es die Bundesagentur für Arbeit schafft, hunderttausend Öre plus Millionen an Folgekosten für das Invertieren ihres vorherigen Logos zu bezahlen, heißt ja nicht, dass die Uni Ulm das auch tun muss. Schlechte Designs der Anderen sind keine Entschuldigung für die eigenen Missstände.

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Manu:

Prinzipiell ist das ja keine richtige Designerkrankheit, nur manchmal wirds übertrieben und dann ist es “krankhaft” ;). Und ein Designer sollte Form und Funktion verbinden und sich nicht nur auf die Form konzentrieren. Das bedeutet im Fall einer Webseite normalerweise gute Lesbarkeit und Navigation auf allen üblichen und häufigen Plattformen. Ich fand früher mal die Kleinschreibung auh ganz interessant, aber das war eher so eine Protesthaltung gegen die Regelwut. Ein Argument gegen die Verwendung interner Resourcen ist wohl mangelnde Akzeptanz, aber wen die Auswahl von einer anderen Stelle gemacht wird, dann passt das wohl. Auch haben sie immerhin einen Wettbewerb zur Ideenfindung vorher laufen. Und ja, ich finde das CD nicht schlecht, nur Details sind eben nicht so toll (besonders am Logo).

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Fluffi:

Viel schlimmer als das nach außen getragene CD finde ich die inneren Änderungen, die mit dem neuen CD umgesetzt werden sollen. Ganz vorne die Abschaffnung von Subdomains (informatik.uni-ulm.de), weil das “nicht der Darstellung von Ordnern im Windowsexplorer entspricht”). Die daraus resultierenden Umstände mit E-Mail-Adressen sind grausam! vorname.nachname@informatik.uni-ulm.de wird zu vorname.nachname@uni-ulm.de, bei doppelten Namen wird entweder eine Ziffer eingeführt oder der Vorname der einen Person abgekürzt (natürlich weiß dann jeder Außenstehende, wer gemeint ist, gell?). Ehrlich gesagt, in dieser Hinsicht bin ich froh, nicht mehr an der Uni zu sein. Das sind meiner Meinung nach geldverschwendende Änderungen, die wider jeder Vernunft sind. Und es ist meiner Meinung nach keine Begründung, dass “Outlook doch eh den gespeicherten Namen anzeigt und die Ziffern in Mailadressen niemand sieht”. Argh!

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Hallöchen!:

Es beruhigt mich wirklich sehr, zu sehen, dass meine FH nicht die einzige Facheinrichtung ohne Kompetenz war.
Wie heisst es so schön? “Die, die es nicht können, lehren es.” Und naja, eine Uni oder FH ist ein Ort, der quasi nur aus Lehrkräften besteht. Sieht man also auch bei eurer Umstellung mal wieder gut.

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Bernardo:

Jep…wenn externe Agenturen sich mit der Modernisierung von Universitätsinsignien befassen (dürfen), kommt meistens nur grandioser Bullshit dabei heraus.

So auch passiert an der Uni Marburg…aber nach heftigen Protesten aller Studierenden wieder zurückgezogen:

http://web.uni-marburg.de/stad.....ilipp.html

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Hanno:

Das Logo ist doch klasse! Wie könnte man schöner “in Ulm, um Ulm und um Ulm herum” ausdrücken? *g*

Und schon wieder fehlt der Satire-Tag. Wenn ich das oft genug erwähne, vielleicht wird das ja dann mal was.
Und herzlichen Glückwunsch…

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DonsTag » Neues Logo der Uni Ulm schon wieder alt:

[...] Genau so hat man es sich vorgestellt: Für teuer Geld wird ein neues Logo entworfen und eingesetzt und schon ist es wieder fast veraltet. Das 40jährige Jubiläum der Uni konnte man ja nicht kommen sehen. Da wird dann nämlich die Universität Ulm (uulm) zur Albert Einstein Universität. Das steht inzwischen offiziell in einer  Pressemitteilung der Uni. [...]