Marzellus Garten – Geheimtipp um Ulm herum

19. April 2016 um 00:06 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

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Es gibt so Dinge, die liegen hier ewig als “2blog” rum (ein Haufen toller/lustiger Game Of Thrones-Videos zum Beispiel, wäre jetzt ja der ideale Zeitpunkt, die gebündelt zu bringen), so auch unser Besuch in “Marzellus Garten”, über den wir im Buch “Schau mal – 240 Erlebnisse in der Region” von der Südwestpresse erfahren haben.

Theoretisch handelt es sich um einen Privatgarten, den man jederzeit kostenlos besuchen kann, praktisch ist es eine Endtdeckungsreiese durch ein 15.000 Quadratmeter großes, verwinkeltes und mit allerlei Kunst und Krempel sowie witzigen (deutlich linkspolitisch angehauchten) Zetteln versehenes Wild-Gartenpradies.

Gleich am Anfang muss man sich schon entscheiden, ob man un den erstesten, den zweitebesten oder den allerbesten Weg gehen will:

wohin

Und das macht durchaus Sinn, denn “den Weg” gibt es gar nicht. Ständig muss man sich entscheiden, wo man denn langgehen möchte, immer gespannt, was hinter der nächsten Ecke wartet (ein riesiges, nur leicht vertrauenserweckendes Baumhaus, ein riesiger Rhododendren-Platz, ein Müllabladeplatz, ein Mini-Himalaya-Nachbau, ein Forellenteich, eine Sackgasse, ein Wasserrad, oder der eine Weg, bei dem man doch eben schonmal war) und immer auch in Sorge, dass man bei dem Weg, gegen den man sich entschieden hat, irgendwas tolles verpasst.

himalaya

“Wildgarten” war dann auch kein netter Begriff von mir. Es ist zwar schon ein wunderschön “natürtlicher Garten” (wobei es auch die Ecke mit den fein gestutzten Hecken gibt), aber ganz sicher keiner, der nur sich selbst überlassen wird und keine Arbeit macht.
Ganz und gar nicht.

Seit über 30 Jahren baut der Eigentümer Marzellus Hampp hier unermüdlich mit Unterstützung zweier Freunde weiter, immer wieder entstehen neue Ecken, neue Brücken, neue Wege und neue Ideen.

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Unser erster Besuch war 2013. Zufälligerweise an einem Feiertag, was ein Glückstreffer war, denn Sonn- und Feiertags gibt sich dort der Vietnamnese Lee (einer der Helfer, auch für das asiatische Eingangstor und die asiastischen Brücken verantwortlich) die Ehre und verwöhnt seine Gäste mit frisch zubereiteter Pekingsuppe, Frühlingsrollen, Nudel-, Reis-, oder Gemüsegerichten.
Und das ist alles sehr sehr lecker. Vor allem die frittierten Bananen. Woah!

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Eintritt, Essen und Getränke laufen dabei übrigens rein über das Spendenprinzip. Am Ausgang wacht die Büste von Johannes-Hubert I. über eine Milchkanne, die mit einem beliebigen Betrag befüllt werden darf. Damit der Garten auch in Zukunft noch weiter wachsen kann.

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Seit 2013 waren wir dann bisher jedes Jahr immer einmal da (die Bilder hier sind von allen 3 Besuchen bunt gewürfelt, teilweise von Madonha geschossen), was eigentlich viel zu selten ist. Vor allem waren wir bisher nur im Mai oder November da, eigentlich müsste man sich das ganze auch mal im Juli/August anschauen…

Auf was man sich (neben sehr leckerem Essen und sehr viel zu Entdecken) allerdings auch einstellen muss, ist, dass die Toiletten eher “so naja” sind und es auch an manch anderen Ecken mal etwas müllhaldig oder zerfallen aussieht. Aber auch das macht den Reiz des ganzen aus.

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Abschließend kann ich nur nochmal betonen (sollte man aber rausgehört haben), dass ich jedem, der eh in der Gegend ist, da mal einen Abstecher vorbei machen sollte (am besten natürlich Sonntags). Ich empfehle den erstbesten Weg zu nehmen. Und viel Zeit…

Ach: Das “Wo” ist natürlich noch so eine Sache. Das ganze liegt nämlich ganz schön versteckt, so dass wir erst beim dritten Mal wirklich “sicher” hingefunden haben. Hier, an der Straße zwischen den Weißenhorner Stadtteilen Biberachzell und Oberhausen liegt der verwunschene Fleck.